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So bist Du supererfolgreich auf dem Flohmarkt – 51 ultimative Tipps

PROFESSIONELL TRÖDELN!


Um erfolgreich zu Trödeln hat Nina von KamiKatzedesign-Berlin.de alles wichtige zusammengetragen
50 Ultimative Verkaufstipps für den Flohmarkt by KamiKatze Nina

Die Flohmarktsaison ist schon in vollem Gange, kein Wunder bei den sommerlichen Temperaturen der letzten Wochen & dem immer beliebter werden Trend Slow-Fashion. Am Sonntag war ich endlich seit Langem wieder trödeln & ich hatte auch einen wunderschönen Tag. Nun habe ich es auch geschafft meine Erfahrungen & Tipps der letzten 15 Jahre – immerhin 2-5 x Flohmarkt im Jahr – mit Dir in diesem Blogost zu teilen (ich weiß, der letzte ist schon etwas her, aber ich war trotzdem fleißig in dieser Zeit & bald gibt es wieder mehr zu lesen). Whooohooo. Meine Mum hat mir als Kind bereits beigebracht, dass gute Kleidung nicht in den Mülleimer gehört & man erst versucht sie zu vertrödeln & dann weitergibt. Wir haben nichts weggeschmissen zu Hause bis auf Bio-Müll.

Der Post ist recht ausführlich geworden, aber ich wette, da sind für jeden – ob Du blutiger Anfänger oder ein Pro bist – noch interessante Infos bei. Mit meinen zusammengetragenen 50 Trödel-Tipps bist Du sehr erfolgreich, hast einen Hammertag & der nächste Shopping-Trip ist auch schon finanziert. Wie geil ist das bitte? Ich verrate Dir wann die beste Jahreszeit zum Verkaufen ist, wie Du Deinen Stand easy peasy vorbereiten kannst, was Du alles dafür brauchst, welche die besten Verkaufsargumente sind & auch, was Du mit den Überbleibseln tun kannst.

 

Wenn das keine Motivation ist?!

 

Hinweis: Dieser Post enthält unentgeltliche Werbung für Restaurants & den Marheinecketrödelmarkt. Ich schreibe hier lediglich über meinen persönlichen Erfahrungen & meine Meinung. Ich schreibe nur über Dinge, die mir Spaß machen &/oder mich wärmstens überzeugen. Den Stand auf dem Flohmarkt/restaurantbesuche habe ich in voller Höhe selbst gezahlt.

WARUM MACHT TRÖDELN GLÜCKLICH?


  • Nachhaltigkeit & Dein Bewusstsein dazu wird gesteigert
  • Es ist ein gutes Gefühl wenn Du etwas für die Umwelt tust 
  • Befreien von Unnützem (macht auch Deine Seele frei)
  • Spaß, es macht solchen Spaß
  • Freunde & Du, ein ganzer Tag
  • Du bist an der frischen Luft
  • Lerneffekt: Du lernst eine Menge über Psychologie, Marketing & Handel
  • Schatz gefunden: Es ist schön zu sehen, wenn Deine Sachen ein neues zu Hause finden, wo sie mehr geschätzt werden
  • Jedes Lächeln macht Dich wieder happy
  • Du lernst echt interessante Menschen kennen (besser, als auf einem Flughafen)
  • Du hast richtig Zaster in der Hose

 

Angebotsboxen auf dem Flohmarkt by KamiKatze Nina
Angebotsboxen auf dem Flohmarkt by KamiKatze Nina

Für Deinen erfolgreichen Verkauf von 2nd-Hand-Ware auf dem Flohmarkt ist das eigene Engagement nicht unerheblich für einen Gewinn. Klar macht so ein Tag quatschend mit Freundinnen Fun, aber die Schlepperei & der Tag sollen sich ja auch im Geldbeutel lohnen, gequatscht wird natürlich trotzdem, wir können ja Multitasking :D

Du kannst danach noch ganz entspannt Essen gehen (hinterher hast Du bestimmt auch großen Hunger!). Zum Beispiel im Restaurant Auszeit in der neuen Bahnhofstraße – absolute Empfehlung von mir!

Wenn Du meinen Instagram-Account folgst, dann weißt Du, dass wir uns danach wieder einen Gaumenschmaus aus der Trattoria Libau im Café Roots gegönnt haben (war etwas schneller zu erreichen, wir waren so kaputt) & wie wir das gemacht haben – von einem Restaurant in ein Café Essen zu bestellen & geliefert zu bekommen – ja, das verrate ich Dir ein andermal hier auf meinem Blog! 

 

Du solltest für Dich einen Markt finden, wo Du die geeignete Zielgruppe für Deinen Trödel hast. Einige Märkte in Berlin habe ich probiert für mich ist der beste Flohmarkt Marheineckeplatz in Berlin Kreuzberg (Bergmannstraßenkiez), da ich so unterschiedliche Dinge verkaufe u.a.:

  • Kleidung, Accessoires, Schuhe
  • Küchenutensilien
  • Spiele
  • CDs & DVDs
  • Antiquitäten
  • Schreibwaren
  • Bücher
  • Deko
  • Heimtextilien
  • etc.

 

Superschön ist z.B. der in den Prinzessinnengärten, da muss ich mal wieder stöbern gehen!

 

Der Flohmarkt am Marheineckeplatz ist ganzjährig am Wochenende geöffnet. Samstag hast Du natürlich noch das Laufpublikum aus der Marheinecke-Markthalle mit dabei, das ist ein zusätzlicher Bonus! Dort kann man aber auch ohne Flohmarkt lecker & frisch Essen & einkaufen.

 

Das Publikum auf diesem Flohmarkt ist gemischt, von jungen Mittehipstern über Touristen bis Punks sind Menschen unterschiedlichster Couleur & sozialer Schicht vertreten. Mittlerweile kenne ich auch die "Pappenheimer" ganz gut & weiß, wie ich mit Ihnen umgehen muss. 

 

Die beste Jahreszeit für den Flohmarkt:

Frühjahr & Herbst

 

Ich kann ein Liedchen singen von 38°C im Schatten & -14°C. Würde ich mir beides nicht mehr geben, obwohl das Wetter relativ wenig mit dem Besuch & Umsatz zu tun hat (interessanterweise), aber bei solch´ Extremen habe ich darauf keine Lust mehr.

Standmagnet gut sichtbar postieren: Zieht die Leute von weiter weg auch an den Stand
Standmagnet gut sichtbar postieren: Zieht die Leute von weiter weg auch an den Stand

VORBEREITUNG


  • Nimm mit: Freundinnen, den Freund oder die Mama fragen, denn nur gemeinsam macht es Spaß & wer Spaß hat, zieht die Menschen an. Und meine Mum, die ist echt ein Hit, die verkauft den ganzen Haushaltskram wie keine Zweite! Da bin ich jedesmal beeindruckt, wenn sie mitkommt.

 

  • Auto organisieren: Umso mehr Du hast, desto mehr kannst Du verkaufen, das Auto aber dann auch richtig vollladen. logisch, dass der Gewinn steigt! Investiere ein paar Gedanken, wie Du die Sachen am besten transportierst. Koffer z.B. können Kleidung schön präsentieren & sind praktisch, man braucht sie nur aufklappen. Geschirr sollte in Zeitungspapier oder Handtücher eingewickelt werden, damit es heile ankommt & Umzugskartons können mit einem schönen Tuch abgedeckt auch als zusätzliche Ablagefläche vor dem eigentlichen Tisch dienen (Vorsicht: Wichtige Zufahrts- oder Fluchtwege dürfen nicht versperrt sein).

 

  • Wetter checken: Am Marheineckeplatz ist der Stand überdacht, wenn es in Strömen gießen sollte wäre eine Plane für die vorderen Kleidungsstücke auch ganz gut, aber Klamm werden sie sowieso bei Regen & sollten zu Hause wieder getrocknet werden

 

  • Zielgruppe: Falls Du noch keine Erfahrungen mit Deinen Sachen auf dem Flohmarkt gemacht hast & gar nicht weißt, wo Du Deine Sachen am schnellsten & zu guten Preisen los wirst, lohnt sich eine kleine Recherche, hast Du so viel verschiedenes wie ich, empfehle ich immer gerne den Flohmarkt am Marheineckeplatz (ca 70 Stände). Die netten Mädels von Made of Stil, Karina & Nicole, haben sogar eine komplette Flohmarkt-Map in ganz Berlin erstellt.

 

  • Wechselgeld: ca 20€ genügen, 10€ in Hartgeld, zu Beginn nehme ich keine Scheine über 20€ an, wenn ich rausgeben soll  (zumal man beim Bäcker etwas kaufen & Scheine kleinmachen lassen kann). Da auf diesem Flohmarkt viel geklaut wird, das Geld nicht in eine Kassette legen, lieber in einer kleinen Umhänge- oder Gürteltasche am Körper tragen.

 

  • Saison: Bei Kleidung die Jahreszeit beachten, dicke Winterpullis & Jacken laufen kurz vor dem Sommer erfahrungsgemäß überhaupt nicht, genauso wie ein Sommerkleidchen im Herbst auch selten Anklang findet, also lieber zu Hause lassen. Bitte auch keine völlig ausgewaschenen & löchrigen Teile mitnehmen, diese lieber zu Putzlappen umfunktionieren.

 

  • Musik: Vl hast Du ja ein altes kleines Vintage-Radio? Das sieht gut aus & mit Musik ist es auch nochmal so gut, spontane Tanzeinlagen finden auch die Leute super, nur nicht zu laut, sind ja auch noch andere Verkäufer da, aber die finden das auch meist ganz cool.

 

  • Verpflegung: Da ich mir nicht einfach etwas beim Bäcker kaufen kann muss ich mir vorher Gedanken machen, was ich dort essen möchte. Im Herbst hilft eine Thermoskanne mit Tee.
Die verrückte kleine Nina beim Verkaufen gestört
Die verrückte kleine Nina beim Verkaufen gestört

Was Du brauchst um erfolgreich zu verkaufen:


Diese Checkliste findest Du weiter unten nochmal zusammengefasst.

  • Verpflegung: Wasser habe ich mindestens 2 Flaschen á 1,5 Liter dabei & belegte Brötchen, Kekse oder Müsliriegel, es gibt dort zwar auch einen Steinecke-Bäcker & das Barcomis, aber da kann ich ja leider auch nichts essen

 

  • Desinfektionsmittel & Feuchttücher gibt hier einem Zumindest ein bisschen das Gefühl sich nicht so dreckig zu fühlen wie man ist (was da Abends nach der Dusche alles im Abflusssieb hängt, urgs ^^). Ein kleines Fläschchen vom Lieblingsduft oder ein Deo helfen auch etwas. An wärmeren Tagen nehme ich noch das Thermalwasser von Babor mit zur Erfrischung der Haut, optional geht auch Wasser in einer Sprühflasche &/oder ein Miniventilator. 

 

  • Alte Bettlaken (in weiß sieht es am Besten aus) zum Drunterlegen 

 

  • Tüten/Beutel: Ich habe eh immer mehr als mein Beutelschrank hergibt, weil ich die natürlich wiederverwende, die Kunden freuen sich oft sehr darüber. Für Schmuck & andere kleine Gegenstände eignen sich die kleine transparenten Beutelchen super, wo oft Ersatzknöpfe an neuer Kleidung drin sind, selbst sowas hebe ich auf

 

  • Sitzgelegenheit: Einen Klappstuhl/Hocker solltest Du in jedem Fall dabei haben. Du hast zwar viel zu tun, aber zwischendurch tut mal 2 Minuten sitzen unglaublich gut

 

  • Spiegel: Ein mittelgroßer reicht, lohnt sich aber, da er Kaufentscheidungen unterstützt (oder würdest Du etwas kaufen, was Du vorher nicht im Spiegel an Dir gesehen hast?)

 

  • Schnur & Schere: ersteres spanne ich auf Augenhöhe um Ohrringe, Ketten, Broschen & Co. daran zu hängen, das sieht niedlich auch & es kann schlecht(er) geklaut werden

 

  • Dekoelemente: Meine Kleidung transportiere ich in Vintage-Koffern (einer davon ist über 40 Jahre alt & gehört meiner Mum, den anderen habe ich bei Humana gekauft). Für Hüte, Mützen oder Basecaps, die ich verkaufe habe ich mir mal im berühmten Faschingsladen am Kaiser-Wilhelmplatz im Deko Behrendt einen Styroporkopf (siehe Bild weiter unten) zugelegt, der darf natürlich auch nie fehlen

  • Papier/Karteikarten, Edding, Klebefilm um Boxen zu beschriften

 

  • Glasreiniger & Tuch: Damit befreie ich den Spiegel von Fingerabdrücken & alte Sachen von Schmutz, damit sie wieder schön glänzen (das verkauft sich besser).

 

  • Fusselrolle: Da manchmal die Strickwaren neben dem Blazer im Karton landen empfielt sich immer eine Fusselrolle dabei zu haben, ich habe auch einige samtene Kästchen für den Schmuck, der hat auch schnell Fusseln angezogen.

 

  • Silberputztuch: Den echten Silberschmuck poliere ich mit dem Tuch zwischendurch auf Hochglanz

 

  • Bügel: Mit denen eröffne ich mir die Möglichkeit die Kleidung überall an den Balken vom Stand anzuhängen (auch hinter mich), so brauche ich keine Kleiderstange zu transportieren (falls Du doch eine mitnehmen möchtest, denk an eine Plane für den Fall, dass es regnet & vorher klären, ob diese erlaubt sind, denn manchmal werden Zufahrts- oder Fluchtwege damit versperrt). Am Besten eignen sich Kleider, Jacken, passende Tücher & Halsketten zum Aufhängen (die Sachen sollten zusammen auch gut aussehen & auffallen). Bessere Sachen, wo ich nicht möchte, dass sie jeder anfasst hänge ich auch hinter mich.

 

  • Boxen, Körbe & Schachteln: Darin halte ich kleinere Sachen besser beisammen & schön sieht es außerdem aus. Später stelle ich noch 3€- & Verschenkekisten zusammen.

 

  • Blauer Sack: Alles, was ich hinterher an Kleidung nicht losgeworden bin, ich aber schon einige Male dabei hatte, stecke ich direkt in einen großen Sack, den kann ich dann spenden, z.B. bei der Berliner Stadtmission, hier sind die Standorte.

 

  • Seifenblasen: Ein Trödeltag ohne Seifenblasen geht nicht, Kinder freuen sich auch, die mit Ihrer Mama am Stand stehen & sich langweilen. Ich lenke sie mit den Seifenblasen ab & zack, schon hat die Mama was gefunden, was sie kauft

 

  • Solltest Du auf einen Nachtflohmarkt gehen erkundige Dich vorher, ob das Licht am Stand im Stand integriert & im Preis dabei ist, falls nicht solltest Du an tragbare Lampen denken.

 

Checkliste:

  • Verpflegung (Trinken, Essen, Snacks)
  • Desinfektionsmittel & Feuchttücher
  • Alte Bettlaken (weiß)
  • Tüten/Beutel
  • Sitzgelegenheit
  • Spiegel (mittelgroß)
  • Schnur + Schere
  • Dekoelemente (Koffer, Styroporkopf o.ä.)
  • Papier/Karteikarten, Edding, Tesafilm
  • Glasreiniger + Tücher
  • Fusselrolle
  • Silberputztuch
  • Bügel (mit Drehgelenk)
  • Boxen/Körbe/Schachteln
  • Blauer Sack
  • Seifenblasen
  • evtl. Licht
Willkommen an meinem Stand auf dem Flohmarkt
Willkommen an meinem Stand auf dem Flohmarkt

Los geht´s:


  • Auspacken: Du kannst Dir Zeit lassen, Du stehst noch den ganzen Tag hier, verkaufen tust Du dennoch bereits. Vorerst lege ich die Laken hin & räume alles erstmal aus. Die Koffer brauche ich nur aufklappen. Dann beginne ich alles schön & sinnvoll anzuordnen, spanne die Schnur in der Mitte des Standes etwas unter Augenhöhe (hier ist es nach dem Markt ganz wichtig die wieder gänzlich zu entfernen). Manche bedienen sich auch einfach selbst hinter dem Stand & räumen meine Kartons aus, da muss ich dann schonmal zur Geduld aufrufen.

 

  • Themen: Stelle kleine Themenwelten zusammen (z.B. Kleidung/ Schuhe/Accessoires, Küchenutensilien/Deko/Heimtextilien usw.) , so wird weniger übersehen. Hier ist doch ein Klischee zu beobachten (Männer > Technik, Frauen > Geschirr & Klamotten), aber sind auch viele Eindrücke für Besucher an so einem Tag.

 

  • Dekorieren: Der Stand sollte auf jeden Fall ansprechend gestaltet sein. Große Dinge nach hinten & kleine nach vorne stellen. Kleidung lege ich nach jedem Ansturm wieder zusammen, da das weder einladend & noch wertig aussieht. Es hilft, sich vor den Tisch zu stellen & zu schauen, wie es von dort aussieht

 

  • Fragen: Sprich ganz direkt Menschen am Stand an, ob etwas bestimmtes gesucht wird (passiert öfter, als man meint). Gut kommt auch immer der Vorschlag die ausgesuchte Klamotte "einfach" über die Kleidung zu ziehen (geht sogar mit Hosen), damit ein Gefühl dafür entwickelt wird, wie es sitzt, hat mir schon so manchen Euro mehr eingebracht.

 

  • Ehrlichkeit: Sei bitte unbedingt ehrlich, wenn jemand Kleidung anprobiert, die wirklich nicht sitzt. Diese offene Art & Argumente (z.B. "Man muss sich wohlfühlen in der Kleidung & sitzen sollte es auch") unterstützt den Kunden & stimmt ihn positiv bei seiner Entscheidung. Dann passt vielleicht das nächste Teil & wird gekauft. Weiter unten habe ich noch Verkaufsargumente für Dich aufgeführt.

 

  • Preise: Jeder muss selbst für sich entscheiden, wieviel er für seine Dinge haben mag, schließlich wurden diese ja auch mal mit Geld bezahlt. Wenn etwas qualitätiv wertig ist, dann darf das auch bezahlt werden, wenn Du das Zeug einfach loswerden möchtest, dann ist günstiger auch schneller verkauft. Wenn ich jmd, der offensichtlich nicht viel Geld hat, eine Freude machen kann, dann mache ich das auch gerne mal.

 

  • Handlungsspielraum: Hier wird gehandelt wie auf einem Basar im Orient & das ist ein unausgesprochenes Gesetzt, das muss so! Macht ja Spaß, daher immer ein paar € mehr ansagen, damit man am Ende auch die gewünschte Summe erhält. Dann sind beide Seiten happy.

 

  • Mengenrabatt: Wer mehr kauft bekommt bessere Preise, das versteht sich von selbst. Gleich auf Nachfrage eines Preises dazu sagen.

 

  • Empathie: Manche Menschen gehen dort hin, weil sie sich nur leisten können, Kleidung aus zweiter Hand auf dem Flohmarkt zu kaufen (schon, wenn ich das schreibe hab ich wieder Pipi in den Augen, weil ich an bestimmte Menschen dort denke), das erkennen & einen sehr guten Preis machen tut nicht weh.

 

  • Uhrzeit: Es lohnt sich da auch ein Auge darauf zu haben. Morgens mache ich die Preise höher, Du stehst da eh noch den ganzen Tag, falls Du Dir mit einem Handelsangebot nicht sicher bist, bitte den Kunden heute Nachmittag noch einmal vorbeizuschauen, dann bist Du eher bereit einen schlechteren Handel einzugehen. Zu fortgeschrittener Trödelstunde kannst Du dann Angebotsboxen machen (siehe Punkt "Angebote" weiter unten).

 

  • Standmagneten verkaufe ich auf keinen Fall morgens (Du entwickelst schnell ein Gespür dafür, welche das sind), einfach einen so hohen Preis nennen, dass niemand auf die Idee kommt das zu zahlen (nachmittags ist es etwas anderes, siehe vorheriger Punkt). Diese Keypieces am Stand sollten sehr gut sichtbar weiter vorne (etwas in Signal- oder Kontrastfarben zum Hintergrund) aufgestellt oder angehangen werden, das zieht die Leute – auch von weiter weg – an den Stand! Mir ist es schon passiert, dass meine Sachen dann am nächsten Stand lagen & viel teurer weiterverkauft wurden, sowas ist superärgerlich, mittlerweile recherchiere ich auch genauer, wenn ich bei einer Sache nicht sicher bin, was sie kostet. Und trotzdem lasse ich mich manchmal noch über´s Ohr hauen, aber so ist das Spiel. Macht trotzdem Spaß & ich lerne was daraus.

 

Styroporkopf um Hüte oder Mützen zu präsentieren auf dem Flohmarkt – by Kamikatze Design Berlin
Styroporkopf um Hüte oder Mützen zu präsentieren auf dem Flohmarkt – by Kamikatze Design Berlin
  • Heiße Ware: Alte Handys, Uhren & Schmuck sind am Beliebtesten bei den Käufern, wertvoller Schmuck & Uhren gehören für mich nicht auf den Flohmarkt, aber manche wissen ja auch gar nicht genau, was sie da verkaufen. Ich habe immer meinen alten, aber hochwertigen Modeschmuck & ein paar Silberringe, die ich nicht mehr trage, dabei. Diese lasse ich auch in der Tasche, bis ich alles andere ausgepackt habe, da brauchen die frühen Vögel leider Geduld, damit sie auch sehen, was ich noch alles Hübsches verkaufe 😉

 

  • Grenzen: Überlege Dir, wo Deine absolute Schmerzgrenze liegt & bedenke dabei, ob es sich lohnt, das wieder mit nach Hause zu nehmen (Platz, Gewicht, etc.), bei Schmuck gehe ich selten runter vom Preis, bei einem Geschirrset kann ich mit einigen Euro weniger auch gut leben. Lasse Dich auf keine Diskussion ein, nenne die Fakten zum Objekt (siehe Verkaufsargumente weiter unten) & dann überlasse dem Käufer die Entscheidung.

 

  • Beobachten: Manchen schaue ich unauffällig zu, was sie sich anschauen & zeige Ihnen dann etwas Ähnliches oder was genau dazu passt Fragen kann man natürlich auch.

 

  • Vorsicht: Ab & zu will Dich auch jemand betrügen, wenn Dir unwohl ist mit einer Person, dann schicke sie weg. Das ist ok.

 

  • Frechheit: Ob diese siegt bestimme ich selbst, meine Sachen, meine Preise! Wer mir ein paar Cent für eine neuwertige Markenkleidung geben will, mit dem möchte ich keine Geschäfte machen, auch, wenn ich hier nie das Geld dafür bekomme, was diese wert ist.

 

  • Toilette: Beim Steinecke Bäcker kannst Du zur Toilette gehen ohne etwas kaufen zu müssen, das ist eine Vereinbarung zwischen dem Markt & dem Bäcker. Dort gibt es sogar Seife, Toilettenpapier, Papiertücher & Desinfektionsmittel für die Hände, zudem ist es sauber. 

 

  • Umräumen: Ich merke ganz genau, wenn ich ein bisschen umräume/umhänge, dann tritt ein psychologischer Effekt ein. Einige Interessenten kommen ganz aufgeregt zurück, die bis dann noch nicht gekauft haben, um zu fragen, ob dies oder jenes nun doch verkauft sei, is klar, warum ich den ganzen Tag zu tun habe, oder? 😉

 

  • Lockvogeltaktik: Da ich meist permanent Leute am Stand habe brauche ich keinen (ich bin sogar froh zwischendurch mal Luft holen zu können). Aber zu einem leeren Stand kommen die Leute nie gerne, daher lass Dich vl. auch von Freunden besuchen oder stelle Dich selbst wieder vor den Stand (und dekoriere wieder um, siehe weiter oben), so kommen garantiert bald wieder potentielle Käufer!

 

  • Verkleiden: Es kommt tatsächlich ganz gut an, wenn Du selbst so ein bisschen "drüber" aussiehst, verkleide Dich ein bisschen mit Deinen Sachen, die Du verkaufst. Setze z.B. eine Sonnenbrille 😎  einen coolen Hut 🎩 auf. so präsentierst Du die Sachen bestmöglich am lebenden Objekt. Lustig ist es nämlich auch noch! Wenn Du frierst einfach Deine Klamotten zum Verkaufen anziehen.

 

  • Verschenke-Kiste: Werbegeschenke, die ich nicht brauche verschenke ich auf dem Flohmarkt, genauso wie Parfumproben, die ich bei meinen Käufen immer dazu bekomme (die meisten Düfte sind mir echt zu süß & steigen mir direkt in die Birne). Kurz vor Schluss beim Einpacken lege ich da auch noch mehr dazu, mache ein Schild dazu & weise auch mündlich darauf hin, manche freuen sich enorm & bedanken sich herzlich (da wird mir immer warm ums Herz).

 

  • Trennen: Sei Dir darüber bewusst, dass das, was Du verkaufst hinterher auch wirklich weg ist. Argumentiere mit der Qualität einer Sache. Lieber nicht damit, dass Du die Teekanne mal als Kind von Deiner Oma geschenkt bekommen hast. Das interessiert dort niemanden. Trenne Dich vorher emotional davon. Ich packe erstmal einen Karton voll aus meiner Sichweite (Storage, Keller). Wenn ich wirklich nicht mehr daran denke, dann wird es verkauft. Sollte ich es doch noch wollen ist es ja noch da.

 

  • Selbst stöbern: Wenn ich schon ein paar € eingenommen habe, dann schaue ich – wenn die Zeit es zulässt– gerne auch selbst, ob ich noch ein richtig schönes Schnäppchen ergattere. Leider habe ich dazu oft keine Zeit! Denke beim Stöbern auch an kommende Geburtstage oder an den nahenden Muttertag. Schaue Dir die Verkäufer an, wenn für mich jemand ungepflegt aussieht, dann würde ich dort z.B. keine Kleidung kaufen. Auch hier nochmal bei Made of Stil lesen, was & wo die Mädels so tolle Schnäppchen gemacht haben, auf ihrem Blog in der Kategorie Flohmarkt. 

 

  • Angebote: Zu späterer Flohmarktstunde oder wenn nicht mehr so viel los ist am Stand mache ich Angebotsboxen mit 3€ oder 2€ (später wird dies meist noch eine 1€-Kiste) & stelle diese gut sichtbar vor den Stand (auch hier bitte nicht so, dass jemand stolpert oder Fluchtwege versperrt werden).

 

 

In einem Vintage Koffer die Klamotten zum Flohmarkt transportieren & einfach aufklappen – by Kamikatze Design Berlin
In einem Vintage Koffer die Klamotten zum Flohmarkt transportieren & einfach aufklappen – by Kamikatze Design Berlin
  •  Marktschreier: Bin ich zwar nicht so der Typ für, aber ich war mal mit einem Bekannten, der verkaufte einen Gong & er wurde nicht müde den ganzen Tag damit zu "gongen" & Angebote auszurufen, das war sehr lustig & hat tatsächlich auch wieder Menschen an den Stand gezogen, die etwas kauften.

 

  • Zusammenpacken: Hier gilt das gleiche Phänomen wie beim Umräumen, sobald Du den Anschein machst einzuräumen bricht die große Panik aus & die Besucher fluten nochmal die Stände, ich fange also immer schon früher an gaaaanz langsam einzupacken.

 

  • Marktordnung: Halte Dich bitte an die Marktordnung, Du willst ja evtl. wiederkommen (hier findest Du die Marktordnung vom Marheineckeplatz). Meinen Müll z.B. sammele ich in einer mitgebrachten Tüte, die ich hinterher auch tatsächlich mit ins Auto nehme & zu Hause entsorge. Es ist traurig, was mir die Betreiberin des Marktes, Frau Krüger, erzählt auf wieviel Müll sie oft sitzenbleibt & das muss kostenpflichtig entsorgt werden.  

 

  • Markenware: Solltest Du viel Markenkleidung besitzen, die Du verkaufen möchtest, dann probiere es vorher über Kleiderkreisel oder MädchenflohmarktDas ist zwar auch Arbeit (Fotografieren, beschreiben, Kommunikation, bei Verkauf einpacken & zur Post bringen), aber im Schnitt bekommst Du mehr dafür. Ich nehme dann alles mit zum Markt, was ich online nicht losgeworden bin. Ich habe dort sogar schon teurer weiterverkauft, als ich es selbst erworben habe!

WICHTIGE VERKAUFSARGUMENTE


  • Qualität, sie bestimmt maßgeblich den Preis, ein Edelmetall ist mehr wert, als rostiger Kupfer
  • Originalpreis (das Verhältnis wird auf dem Flohmarkt selten stimmen, wenn Du ein Teil loswerden willst, aber es ist schon ok bei Neuwertigem etwas mehr zu verlangen
  • Zustand: Umso neuwertiger & ungebrauchter das Produkt ist, desto mehr kannst Du dafür bekommen
  • OVP: Ist das Produkt unbenutzt in der Originalverpackung ist es natürlich noch wertiger
  • Vollständigkeit: Natürlich sinkt der Wert enorm, wenn das was Du verkaufst, nicht mehr vollständig ist!
Schon sehr abgegrast mein Stand auf dem Flohmarkt am Marheineckeplatz in der Bergmannstraße – by Kamikatze Design Berlin
Schon sehr abgegrast mein Stand auf dem Flohmarkt am Marheineckeplatz in der Bergmannstraße – by Kamikatze Design Berlin

WAS MACHE ICH MIT DEN SACHEN, DIE VOM FLOHMARKT ÜBRIGGEBLIEBEN SIND?


Übriggebliebenes kann hinterher noch über Facebook-Gruppen wie "Zu verschenken in Berlin"  oder ebay-Kleinanzeigen verschenkt/verkauft werden, denn erfahrungsgemäß gibt immer irgendjemanden, der genau das sucht, was Du hast, Du musst nur die richtige Plattform dafür aufsuchen.

 

Ab & an schmeiße ich hinterher auch eine Tauschparty (an einem anderen Tag natürlich) mit einem ganzen Haufen von Mädels. Das glaubt man gar nicht, wieviel Gaudi das macht (wie sowas genau abläuft schreibe ich Dir ein andermal auf), schon alleine dafür lohnt sich noch etwas aufzuheben, denn danach bist Du wirklich so gut wie alles los & bist ganz befreit. Wieder Plätzchen für neue Schätzchen :D Mittlerweile gibt es auch viele öffentliche Tauschparties, schnapp' Dir Deine Freundinnen & probiere das unbedingt aus!

 

Du hast noch mehr Tipps für einen erfolgreichen Tag auf dem Flohmarkt? Schreibe das gerne in die Comments unter diesem Post & auch, wenn Dir der Post gefallen hat! Danke Dir!

 

Nun wünsche ich Dir ganz viel Spaß beim erfolgreichen Verkaufen! Sonnige Grüße, die Nina

 

Trödelmarkt Marheinekeplatz 

Samstags: 10-16 Uhr

Sonntags: 10-17 Uhr (Winterzeit: 16 Uhr) 

Preis pro Tisch/Tag: 30€ (Stand: April 2018)

 

Kommentare: 12
  • #12

    Nina (Mittwoch, 29 August 2018 19:42)



    Wow, ich bin überwältig über die Kommentare, ich danke jedem einzelnen von Euch!

    Wolfgang: Gute Idee, ich war bisher immer der Meinung, dass Licht bei einem Nachtflohmarkt mit dem Stand zusammen gestellt wird, aber das trage ich nach!

    Und Xandru: Coole Idee, nein, daran dachte ich noch nicht! Hast Du einen Tipp, wo ich sowas unkompliziert erstellen kann?


    Sonnige Grüße, Nina

    PS: Ich habe nun auch die Homepage-Funktion aktiviert!

  • #11

    Xandru (Dienstag, 28 August 2018 19:30)

    Wow! Also als Besucher bin ich schon manchmal auf dem Flohmarkt, aber mit dieser ultimativen Hammer-Liste könnte ich wohl der Warren Buffet des Flohmarkt-Businesses werden, haha!
    Wahnsinn, in deinem Artikel steht ja wirklich alles, was man braucht - hast du mal daran gedacht, ein E-Book darüber rauszubringen?

    Toll und unterhaltend geschrieben, auch für Laien :)

  • #10

    Elisa (Dienstag, 28 August 2018 13:55)

    Der Artikel wird direkt mal gespeichert ;) Vor meiner nächsten Reise wird nochmal ausgerümpelt und alles verkauft was wir nicht mehr benötigen. Da kommen deine Tipps gerade recht - vielen Dank!

    Alles Liebe,
    Elisa von https://joursmobil.com

  • #9

    Julie (Dienstag, 28 August 2018 07:34)

    Wow, was du dir für eine Mühe gemacht hast, all dies zusammenzufassen! Wirklich toll! Es sind wirklich super Tipps dabei!
    Liebe Grüße
    Julie von julie-en-voyage.com

  • #8

    Avaganza (Montag, 27 August 2018 22:45)

    Wow! Das ist ja eine tolle Zusammenfassung! Bei mir im Keller türmen sich meine Schätze, die ich leider nicht mehr brauchen kann ... vor allem auch viele tolle Kindersachen. Ich denke mit deinen vielen Tipps im Gepäck kann ich es wagen es mal auszuprobieren.

    Liebe Grüße
    Verena

  • #7

    Natascha (Montag, 27 August 2018 21:54)

    Ich war schon öfters zum Verkaufen auf Flohmärkten und kann deinen Tipps zu 100% zustimmen. Ich war mal bei 35 Grad auf einem Markt und es war einfach nur warm und die Besucher auch sehr rar. Die beste Erfahrung habe ich bislang im Frühjahr gemacht.

    Gruss
    Natascha

  • #6

    Julia (Montag, 27 August 2018 21:26)

    Ein wirklich ausführlicher und toller Bericht! Ich war noch nie auf dem Trödelmarkt :( vielleicht sollte ich mal!? :)

    LG
    Julia

  • #5

    Loving Carli (Montag, 27 August 2018 17:12)

    Das ist ja mal ein cooler Artikel. Ich habe letztes Jahr auf dem Bücherflohmarkt meine Bücher verkauft. Bin ja eh total für Nachhaltigkeit und kann auch nichts wegschmeißen.
    Danke für die vielen Tipps.

    Liebe Grüße
    Melanie von https://www.lovingcarli.com

  • #4

    dany (Montag, 27 August 2018 13:59)

    In Dresden haben wir auch einen großen Flohmarkt der jeden Samstag stattfindet. ich finde es super zum stoebern. Es ist Nachhaltig und macht Spass. Allerdings muss ich noch etwas an meiner Preisverhandlung arbeiten.

    liebe Gruese Dany
    von danyalacarte.de

  • #3

    Birgit (Montag, 27 August 2018 11:08)

    Habe schon sehr oft auf Flohmaerkten verkauft und guten Umsatz gemacht. Jetzt ist die Zeit vorbei und ich bin Bummlerin geworden. Gruss Birgit

  • #2

    Wolfgang (Montag, 27 August 2018 11:03)

    Hallo Nina,

    ich kann Dir noch einen weiteren Tipp geben.

    In Münster gibt es immer einen Nachtflohmarkt, und da sollte man unbedingt an eine gute Beleuchtung denken.

    Viele Grüße aus Münster
    Wolfgang
    https://www.wolfgangwilbois.de

  • #1

    Monika (Donnerstag, 02 August 2018 12:24)

    Super Seite für alle die gerne Secondhand kaufen und verkaufen wollen. Praktische Tipps und es macht Spaß auf der Flohmarktseite zu stöbern